Wer hat Angst vor Frauen?
Foto: kwasibanane
¿Quién tiene miedo de las mujeres? ● Chi ha paura delle donne?
Ποιος φοβάται τις γυναίκες; ● कौन महिलाओं से डरता है
Kto boi się kobiet? ● Хто боїться жінок? ● چه کسی از زنان میترسد؟
Who is afraid of women? ● Wer hat Angst vor Frauen? ● 谁害怕女人
Kiyès ki pè fanm yo? ● Кто боится женщин? ● من يخاف من النساء؟
누가 여자를 무서워하나요 ● Kim korkar kadınlardan?
InZeitung 47 vom 8. Dezember 2025: Editorial
Liebe Leser*innen, wollen Sie wissen, wo man am glücklichsten lebt? Laut dem Weltglücksbericht der UN sind es die nordischen Länder: Finnland, Dänemark, Island, Schweden, Norwegen ... Deutschland liegt auf Platz 22.
Und in welchen Ländern gibt es die beste Gleichberechtigung? In Finnland, Dänemark, Island, Schweden, Norwegen (IBRD-Studie). Deutschland landete wegen der Ungleichheiten beim Einkommen und in der Kinderbetreuung auf dem 31. Platz. Ein Zufall? Sind gerechte Menschen glücklicher?
Optimismus, Gemeinschaft und Vertrauen fördern Glück – so der Weltglücksbericht.
Von Vertrauen kann jedoch keine Rede sein, wenn Männer Angst vor Frauen und anderen Geschlechteridentitäten haben. Das ist immer bei Autoritarismus der Fall: in Chile zur Zeit der Junta, im heutigen Russland, Kasachstan und Syrien. (S.3,5,9). Überall gibt es totalitäre und archaische Männer, die Manosphere, die sich panisch an patriarchale Verhältnisse klammern. Und wo Hass (S.10) und Gewalt (S.11) herrschen, gibt es keine Gemeinschaft. Von Optimismus ganz zu schweigen.
Doch der progressiv denkende Teil der Gesellschaft – Männer eingeschlossen – sollte gemeinsam auftreten, da in einem Patriarchat keine Demokratie möglich ist. Warum Antifeminismus als Brückenideologie des Rechtsextremismus gefährlich ist, erzählen die Soziologin Rebekka Blum und die Beauftragte gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit Barbara Peron. (S.4,5).
Und wir können optimistisch sein. Frauenhass gab es in der Geschichte oft, aber trotzdem wurde viel erreicht. Heute gibt einen neuen, jungen feministischen Aufschwung (S.12), und es gibt Männer, die sich Feministen nennen (S.8). Noch mehr Leute müssen einfach verstehen, dass es in einer gleicheren Welt allen besser geht.
Weihnachten ist die Zeit, in der Menschen zusammenkommen. Das gilt in Freiburg und anderswo, sogar in Japan (S.14) Und wir erzählen, wie eine italienische Familie von einem jungen Flüchtling lernt, Kabuli Palau zu Weinachten zuzubereiten (S.16).
Illustration: Carmen Luna